Meine Philosophie des Einrichtens: oder was schaffe ich vor dem Umzug an und was nicht?

Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt einen ganz anderen Beitrag schreiben. Einen, in dem ich freudestrahlend den Schlüssel zu unserem Häuschen präsentiere und darüber berichte, womit wir beim renovieren angefangen haben. Stattdessen ist hier mal wieder ein Beitrag, in dem es darum geht, wie wir weiter warten müssen. Schon wieder. Neues Übergabeziel ist übrigens jetzt Ende März… hurra. NICHT.

Ich muss zugeben, ich tendiere dazu, schon jede Menge Kleinigkeiten für unser Haus anzuschaffen. Das Zimmer, in dem wir zur Zeit wohnen, ist dementsprechend auch schon voll mit „allerlei Kram“, wie mein Lieblingsmensch immer so schön sagt und dabei ein wenig genervt guckt. Ja es sieht hier wirklich ein bisschen nach Messi-Chaos aus, aber manche Dinge will ich halt einfach da haben, damit ich nicht später, wenn wir eingezogen sind, auf einmal ohne da stehe. Dazu gehören zum Beispiel praktische Sachen wie ein Wasserkocher und neue Pfannen, unsere alten haben wir nämlich entsorgt. Auch Kissenbezüge sind dabei, einfach weil ich zufällig gut passende gefunden habe. Hätte ich 9 Monate gewartet, wären sie wahrscheinlich nicht mehr zu bekommen. Außerdem habe ich jetzt genug Zeit, mich um so etwas zu kümmern und kann mich dann halt freuen, wenn sowas direkt da ist und ich nicht mit einem Provisorium leben muss. Erfahrungsgemäß bleibt das dann nämlich erstmal so und ich möchte, dass es nach dieser Wohnsituation im Moment einfach perfekt wird.

Das Problem ist allerdings, dass man so auch mehr Zeit hat, sich verunsichern zu lassen. Wenn der „Kram“ dann nämlich erst darauf wartet an seinen Bestimmungsort zu gelangen, ist die Gefahr groß, dass andere die Sachen sehen. Was ja an sich nicht schlimm ist, aber bei manchen Sachen fehlt dann einfach die Vorstellungskraft, oder auch das Wissen, in welchen Kontext z.B. ein Bild oder Teppich eingebunden wird. So geschehen bei unserem Teppich. Wir haben uns einen großen Teppich, 2x3m, im Internet bestellt. Er ist weiß gemustert, mega flauschig, leicht zu reinigen und war ein tolles Schnäppchen. Kurz, wir LIEBEN ihn, er wird super im Wohnzimmer aussehen und Ersatz für ein Bärenfell vor dem nicht vorhandenen Kamin 🙂 jedenfalls ist er halt recht groß, liegt hier rum, wurde gesehen… erster Kommentar dazu „Ihr seid aber mutig!“

Ich: „Was wie wo warum?!“

„Na die Farbe!“

„Was ist damit?“

„Der ist weiß!“

„Na und?“

„Das ist aber schwierig mit Kindern und Katzen!“

Ich: O.O

Wir haben weder Kinder noch Katzen, die kommen uns höchstens mal besuchen. Ich habe schon ewig einen hellen Teppich im Wohnzimmer, da ist noch nie was passiert. Trotzdem habe ich natürlich panisch meinen Lieblingsmensch angerufen und ihm gesagt, dass das mit dem Teppich schwierig sei. Sein Kommentar dazu: „Manchmal muss etwas nicht praktisch sein, sondern kann auch einfach mal schön sein!“ Dafür hätte ich ihn knutschen können. Außerdem ist der Teppich laut Hersteller leicht zu reinigen und Wasser/Schmutz abweisend. Alles gut also.

Möbel und Wandfarbe

Ein ähnliches Thema ist da die Wandfarbe. Man sollte bloß nicht den Fehler machen, jemandem zu erzählen, was genau man sich da vorstellt, ganz besonders wenn ein oder auch zwei Wände Schwarz/Dunkelgrau/Grau usw. werden sollen. „Neeeeeeeeein, das könnt ihr nicht machen!“ Begründung: das wird ja so düster. Das aber ein kleiner, dunkler, nach Norden gerichteter Raum immer ein kleiner, dunkler, nach Norden gerichteter Raum sein wird, ganz egal wie weiß man ihn einrichtet, das bedenkt dabei keiner. Genauso eine quasi innenliegende Küche, wie bei uns. Die Wand wird Schwarz, die Küchenmöbel Weiß, dazu Accessoires in Grün und Holz und es wird super aussehen! KONTRAST IST GEIL! Aber das erzähle ich lieber niemandem… 🙂

Schwieriger ist es allerdings mit Möbeln. Die Gefahr ist groß, einmal ins Möbelhaus zu gehen und sich komplett einzurichten. Das wäre ein grober Fehler, denn die Wohnung sieht dann halt auch schnell mal nach Möbelhauskatalog aus, und wer will das schon? Besser ist es also, erstmal zu schauen was man hat oder verschieden Quellen zu kombinieren. Wir haben zum Beispiel zwei alte Bauernschränke, der eine wird als Geschirrschrank, der andere Kleiderschrank genutzt. Sowas findet man halt nicht im Möbelhaus, da muss man schon nach Aussschau halten. Das einzige was wir neu kaufen werden, sind mindestens zwei neue Esstischstühle und ein TV-Möbel, weil das alte nicht mehr schön ist bzw. nie richtig gefallen hat. Achja und eventuell gibt es ein neues Bett, aber da schauen wir auch erstmal, ob und was und überhaupt. Außerdem habe ich noch einen schönen, alten Sekretär, der auch seinen Platz bekommt und vielleicht die Hausbar beherbergen wird.

Bilder und Licht

Was ich schon angeschafft habe und was mir auch besonders wichtig ist, sind Bilder. Bilder aufhängen ist wahrscheinlich das erste, was ich da drüben machen werde. Geplant sind jeweils eine Bildergalerie im Wohnbereich und im Essbereich. Die eine ist in schwarz/weiß gehalten, die andere hat das Thema Natur. Es bietet sich da halt auch an, frühzeitig die Augen offen zu halten um passende Bilder zu finden. Ich will ja auch nicht einmal bei den bekannten Online-Shops bestellen, das sieht dann auch aus wie im Katalog. Über die Nachtschränkchen (achja, die müssen wir auch noch besorgen) sollen nämlich auch Bilder. Übers Bett lieber nicht, da könnten sie runterfallen. Aber gegenüber vielleicht… so viele Möglichkeiten! Es lohnt sich also, das sammeln frühzeitig anzufangen, denn wer weiß schon, was man auf dem Flohmarkt so findet und vor allem wann. Oder auf ebay, dawanda, etsy, und was es nicht alles gibt. Oder wenn man selber malt oder zeichnet, dauert das auch eine Weile.

Womit ich auf jeden Fall noch warten werde, ist Licht. Natürlich haben wir Leuchten, man muss ja was sehen können. Aber ich bin der Meinung, dass es Zeit braucht, bis man weiß, wo und wie man Leuchten haben möchte. Sie sind ganz wichtig für die Stimmung im Raum und man sollte sich schon ein bisschen damit beschäftigen. Bevor da also was neues angeschafft wird, dauert es noch etwas. Auch wenn ich da natürlich schon ein paar Kandidaten im Auge habe. Aber es nützt auch nichts, da viel Geld zu investieren und am Ende gefällt es einem nicht und die Wohnung wird ungemütlich.

Minimalismus vs. den Wohlfühlfaktor

Was mir auch während der Warterei und der Suche nach Inspiration auffällt, ist die Tatsache, dass das, was mir in unserer alten Wohnung gefallen hat, in unser Häuschen nicht passt. Wir hatten dort sehr viele Fenster, weiße Wände und alles war offen und hell. Da ist unser Häuschen jetzt leider anders, es hat zwar auch große Fenster, aber mehr und bodedntief wären halt schön. Eingebaut werden allerdings erstmal keine, denn das was wir uns vorstellen passt einfach nicht ins Budget und wir wollen auch nicht viel Geld für einen Kompromiss ausgeben. Jedenfalls ist mir klar, das hier anders gepunktet werden muss. Mein Traum waren immer weiße, glatte Wände und nicht viel rumstehen haben im Raum. Das wird nicht funktionieren und je mehr ich mir Bilder davon angucke, desto weniger gefällt es mir, ehrlich gesagt. In wenigen Fällen sehen die Häuser oder Wohnungen mit weißen Wänden super aus, meistens sind sie mir jedoch zu kalt und ungemütlich. Da fallen mir die Bilder mit dunklen, warmen Farben viel mehr ins Auge bzw. die finde ich einfach interessanter. Die wirken meistens gemütlicher und ich denke, das passt zu unserem alten Häuschen von 1904 besser. Ohne großen Umbau wird es einfach nicht modern und hell mit klaren Linien und tollen Sichtachsen bis nach draußen. Außerdem schaue ich gerne auf dem Flohmarkt oder Second Hand-Läden nach tollen Stücken, und die kann man dann toll in Szene setzen. Wir haben halt keine tolle Aussicht hinein in die Landschaft und einen riesigen Garten (den ich um Himmels Willen auch nicht möchte!), die Räume wirken nicht für sich, da müssen halt andere Hingucker her. so etwas wird dann halt auch schon vorher angeschafft… Vasen, Blumentöpfe. Zur Not kann man die halt auch noch verschenken 🙂

Zusammengefasst kann ich dir mit auf den Weg geben: SEI MUTIG, lass dich nicht von deinen Ideen abbringen. Es ist DEIN Zuhause. Warte ab und überlege dir genau, was du neu anschaffen willst. Viel Spaß beim planen und einrichten 😉

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2 Kommentare

  1. Liebe Sirka,

    ich verfolge deinen Blog jetzt seit geraumer Zeit. Heute habe ich mich dann auch endlich mal getraut was zu schreiben. Zuallererst möchte dir ein großes Lob für deinen Blog ausprechen, der ist wirklich prima. Darüber hinaus wirken du und dein Ehemann äußerst Sympathisch.

    Nun zu meinem eigentlichem Anliegen: Deine Entscheidung, einen weißen Teppich anzuschaffen finde ich wirklich mutig, da ich damals die gleiche Wahl getroffen habe und es ziemlich schnell bereute. Du berichtest ja selbst darüber, schon längere Zeit einen weißen Teppich zu besitzen, und jetzt wollte ich dich darum bitten, mir vielleicht ein paar Tipps / Kniffe zu geben, um meinen Teppich besser zu schützen. Seit nämlich unser Ältester laufen kann, komme ich nicht Drumherum meine Entscheidung mehrmals Täglich zu bereuen. Vermutlich werden eure Kinder auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Deswegen meine Bitte an dich, da ich auch vor meinen Freundinnen wieder Selbstbewusst die Entscheidung für einen weißen Teppich vertreten möchte. Bis zu dem jetztigen Zeitpunkt haben sich die Zweifel meines Umfelds ja leider auch bestätigt. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.

    Liebe Grüße aus dem Sauerland

    Katrin

    1. Hallo Katrin!
      Vielen, vielen Dank erstmal für dein Lob, das bedeutet mir wirklich viel 🙂 Ich muss dich allerdings leider korrigieren, er ist mein Freund und (noch) nicht mein Ehemann…

      Zum Teppich: wie gesagt, ich habe ja keine Kinder und gehe auch sehr pfleglich mit dem Teppich um. D.h. obwohl ich sehr tolpatschig bin, habe ich noch nie groß etwas darauf verschüttet, wie Wein oder so. Wenn aber doch Flüssigkeit darauf gelangt, hilft es, etwas Reis auf die Stelle zu geben, der saugt über Nacht viel auf.
      Es gibt auch dieses Teppichreinigungspulver, was man darauf verteilt und dann einfach wieder absaugen kann, das mache ich alle paar Monate mal. Ich muss aber auch dazu sagen, der Teppich ist naturweiß und nicht reinweiß, da sieht man auch weniger darauf.
      Außerdem spielt das Material eine Rolle, ich denke wenn es echte Schurwolle oder so ist, ist der Teppich auch empfindlicher. Da müsste man dann auf die Herstellerangaben achten. Generell würde ich mir aber auch nie einen richtig teuren Teppich für ein paar Tausend Euro anschaffen, eben aus Angst vor Flecken, sondern etwas alltagstaugliches, wo es vielleich auch nicht so schlimm ist, wenn man den nach ein paar Jahren austauscht.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen und wünsche Dir einen schönen Start in die Woche 😉

      Liebe Grüße,
      Sirka

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