Workshop :: FARBE

Der heutige Blogpost beschäftigt sich mit FARBE. Lerne ein paar einfache Tricks, die dir bei der Raumgestaltung mit Farbe sicher helfen können!

Farbe gehört zu den wichtigsten Mitteln der Gestaltung. Sie dient vor allem dazu, um Aufmerksamkeit und emotionale Wirkungen hervorzurufen. Durch die Nutzung verschiedenster Farbtöne kann ein großer Einfluss und die unterschiedlichste Wirkung geschaffen werden.

Als Werkzeug dient dazu der Farbkreis:Farbkreis

Die Primärfarben sind Blau, Rot und Gelb. Werden sie gemischt, entstehen alle andere Farbtöne.Primärfarben

Weiß und Schwarz gelten als „Nicht-Farben“, sind aber aus keiner Wohnung wegzudenken – irgendwas ist immer Schwarz oder Weiß!

Werden sie (oder Schattierungen davon) in der Raumgestaltung genutzt, so kann dadurch ein Schwerpunkt bzw. eine Hierarchie geschaffen werden. Auch Zonen können so gebildet werden, was in der Raumgestaltung ja immer ein wichtiges Thema ist.

Schattierung und Tönung

Es ist super, eine dunklere Schattierung eines Farbtones mit einer helleren Nuance bei der Erstellung eines Raumkonzeptes zu mischen. So kann z.B. eine Wand oder ein Möbelstück in einem kräftigen dunklen Farbton gewählt werden, und verschiedene Wohnaccessoires (Kissen, Vasen, Bilder) in einer helleren Variante.

Schattierung = Farbe + Schwarz Schattierung

Tönung = Farbe + Weiß Tönung

Farbkontrast

Wie schon mein Professor der Bildhaften Gestaltungsgrundlagen immer sagte: Kontrast ist geil!  Der Kontrast verändert bzw. verstärkt den Ausdruck einer Farbe. Keine Farbe wirkt für sich allein, sondern immer im gegenseitigen Verhältnis zu dem sie umgebenden Raum. Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Kontrasten:

  • Komplementärkontrast

Der Komplementärkontrast ergibt sich, wenn zwei im Farbkreis gegenüberliegende Farben nebeneinander angeordnet werden.

  • Simultankontrast

Der Simultankontrast behandelt die direkte Veränderung des Farbeindruckes durch die benachbarte Farbe. Das simultane Wirken von Farben kann die Kontraste verstärken. Dabei kommt jeweils der größte Gegensatz in Ton, Helligkeit und Sättigung zum Tragen.

  • Sukzessivkontrast

Der Sukzessivkontrast ist ein Nachkontrast und entsteht durch die Neigung des menschlichen Auges, zu jeden Farbeindruck die Komplementärfarbe zu erzeugen.

  • Warm-Kalt-Kontrast

Im Farbkreis stehen sich der wärmste Farbton (Rotorange) und der kälteste Farbton (Blaugrün) genau gegenüber. Somit teilt sich der Farbkreis in eine warme und eine kalte Hälfte, wobei die Übergänge der beiden Hälften bei Violett und Gelb liegen.

  • Hell-Dunkel-Kontrast

Im Farbkreis stehen sich außerdem der hellste Farbton (Gelb) und der dunkelste Farbton (Violett) genau gegenüber. Somit teilt sich der Farbkreis auch in eine helle und eine dunkle Hälfte, wobei hier die Übergänge bei Gelbrot und Hellblau liegen. Der Hell-Dunkel-Kontrast entsteht, wie der Name schon sagt,  durch den Gegensatz von hellen und dunklen Farben. Am stärksten ist dabei der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß. Die Eigenhelle der Farbe spielt eine große Rolle.

  • Qualitätskontrast

Unter Farbqualität versteht man den Sättigungsgrad einer Farbe. Als Qualitätskontrast wird deshalb der Gegensatz von gesättigten, leuchtenden Farben zu stumpfen, getrübten Farben bezeichnet.

  • Quantitätskontrast

Der Quantitätskontrast bezieht sich auf das Größenverhältnis von zwei oder mehreren Farbflächen. Bestimmte Größenverhältnis ergeben ein Gleichgewicht, so dass keine Farben stärker hervortreten als die anderen.

Farbe und Raumgestaltung

Sobald zwei oder mehr Farben in Kontrast stehen, wird Räumlichkeit hervorgerufen. Bestimmte Farben drängen in den Vordergrund, einige in den HIntergrund. Wieder andere erscheinen in mittleren Ebenen dazwischen.

  • dunkle Farben liegen im Hintergrund, je heller eine Farbe, umso mehr rückt sie nach vorne
  • warme Farben wie Rot, Gelb und Orange erscheinen im Vordergrund, während kalte Farben wie Blau oder Grün nach hinten treten
  • intensive Farben mit großer Leuchtkraft drängen ebenfalls in den Vordergrund

Man kann also Farbe nutzen um einen Schwerpunkt zu schaffen, oder eine gewisse Konstanz. Das heißt aber nicht, dass in deinem Zuhause am besten jede Wand farbig sein muss. Ich persönlich bin zum Beispiel überhaupt kein Fan von knallbunten Wänden und bevorzuge sie Weiß. Reines, helles Weiß bildet den perfekten Hintergrund für „Farbtupfer“. Diese ergänzen meiner Meinung nach ein cleanes Weiß perfekt. Bildergalerie

Wenn ein Raum zum Beispiel fast ausschließlich in Weiß gestaltet ist, langweilt dies das Auge. Man kann hier natürlich mit verschiedenen Oberflächen und Strukturen arbeiten. Es kommt selbstverständlich auf den persönlichen Geschmack an!

Weiß

Was für die Gestaltung eines ganzen Hauses und nicht nur eines einzigen Raumes wichtig ist, ist Beständigkeit. Damit ist gemeint, dass eine Farbe oder ein Farbton immer wieder in verschiedenen Räumen vorkommt. Es muss dann auch nicht immer überall z.B. eine Wand Blau gestrichen werden, sondern es reicht, wenn die Farbe in verschiedenen Wohnaccessoires immer wieder aufgegriffen wird. Das macht dann das gesamte Design schön zusammenhängend.

Mein Tipp lautet daher: eine Farbe in verschiedenen Nuancen durch das gesamte Haus „weben“, also immer wieder aufgreifen. ABER auch durch ein paar Komplementärkontraste ausbalancieren, damit es nicht zu eintönig und zu abgestimmt aussieht.

Farbkombinationen

Ich möchte euch noch ein paar Farbkombinationen vorstellen, die zur Zeit sehr gefragt sind und mir ganz gut gefallen.

  • Schwarz-Weiß

Der Kontrast aus Schwarz und Weiß wird glaube ich nie langweilig. Er ist einfach sehr ausdrucksstark und zeitlos. Außerdem ist es natürlich nicht zu bunt und knallig, sondern eher ruhig und klassisch. Ich kombiniere die beiden Farben am liebsten mit Grün und ein bisschen Blau (wirken beruhigend, ohne zu sehr zu reizen). Wobei das Grün hauptsächlich in Pflanzen vorkommt, was den Raum  natürlicher aber auch lebendiger wirken lässt. Sehr gut passt dazu auch helles Holz, was diese Wirkung nochmal verstärkt.Kontrast Schwarz Weiß

  • Weiß und Farbtupfer

Wie schon bereits erwähnt, ist diese Kombination super, um Räume hell und klar zu gestalten, aber auch, um mit wenig Einsatz von Farbe möglichst viel zu erreichen. Wer keine bunten Wände mag, für den ist das genau das Richtige!Weiß Bunt

  • Grau und Holz

Im ersten Moment vielleicht etwas überraschend, allerdings sehr modern und eine super Kombination! Wenn ich erzähle, ich möchte Wände Grau streichen, reagieren die meisten entsetzt. Es kommt allerdings auf die richtige Kombination an. Viele vermeiden Grau, weil es uns zunächst trist und farblos vorkommt. Es ist allerdings der perfekte Hintergrund für alle möglichen Gestaltungsmaßnahmen. Gerade in Kombination mit hellem Holz wirkt es sehr warm und natürlich. Nimmt man noch Weiß dazu, wirkt es umso heller! Stellt man ein weißes Möbel vor eine weiße Wand, wirkt es sehr einheitlich und langweilig. Ist die Wand allerdings zum Beispiel in einem hellen Grau gehalten, wird es hervorgehoben (–> Kontrast ist geil!). Je dunkler die Wand bzw der Farbton, desto mehr rückt sie ein weißes Möbelstück in den Vordergrund. Pflanzen bringen hier auch wieder einen Farbtupfer und Natürlichkeit in den Raum. Generell sollten sie bei der Farbgestaltung immer berücksichtigt werden (zumindest wenn man viele Pflanzen hat, Sichwort „Urban Jungle“).Grau

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig weiterhelfen. Bei Fragen oder Ergänzungen bitte jederzeit melden 😉 Zum Abschluss hab ich nochmal einen tollen Kontrast für euch: Türkis und Pink! Macht es euch schön 😉Kontrast Türkis Pink

 

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